Zytokine sind kleine körpereigene Eiweißstoffe, die als Botenstoffe zwischen den Zellen des Immunsystems wirken. Sie werden unter anderem von Immunzellen, aber auch von vielen anderen Körperzellen gebildet und koordinieren die Immunantwort. Je nach Art des Zytokins können sie Immunzellen aktivieren, ihre Vermehrung fördern, ihre Wanderung steuern oder überschießende Immunreaktionen begrenzen. Zu den wichtigsten Gruppen gehören Interleukine, Interferone, Chemokine und Tumornekrosefaktoren (TNF).
Auch bei Krebs spielen Zytokine eine wichtige Rolle. Sie beeinflussen das Tumormikromilieu und können sowohl die körpereigene Immunabwehr gegen Tumoren fördern als auch – je nach Zusammensetzung – deren Aktivität hemmen. Viele Tumoren können die Produktion bestimmter Zytokine verändern und dadurch der Immunüberwachung entgehen und ein immunsuppressives Tumormikromilieu fördern.
In der Immunonkologie wird deshalb untersucht, wie sich Zytokin-Netzwerke beeinflussen lassen, um die körpereigene Immunantwort gegen Tumoren zu unterstützen. Dabei geht es in der Regel nicht um einzelne Zytokine, sondern um ihr komplexes Zusammenspiel innerhalb des Immunsystems.