Tumorvakzine werden zur Behandlung einer bereits bestehenden Krebserkrankung entwickelt. Anders als vorbeugende Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten sollen sie das Immunsystem gegen Tumorzellen aktivieren. Dazu enthalten sie Tumorantigene oder andere Bestandteile von Tumorzellen, die dem Immunsystem helfen, Krebszellen besser zu erkennen und eine gezielte Immunantwort anzustoßen. Tumorvakzine können auf unterschiedlichen Technologien beruhen, beispielsweise auf Tumorantigenen, Peptiden, Nukleinsäuren oder dendritischen Zellen. Ziel aller Verfahren ist es, tumorspezifische T-Zellen zu aktivieren und ein möglichst langfristiges immunologisches Gedächtnis aufzubauen.Am IOZK wird ein patientenspezifisches dendritisches Zellvakzin eingesetzt. Dafür werden aus dem Blut der Patientin oder des Patienten dendritische Zellen gewonnen und im Labor mit individuellen Tumorantigenen sowie dem onkolytischen Newcastle Disease Virus (NDV) beladen. Das Virus kann Tumorzellen bevorzugt infizieren und dabei eine Immunreaktion fördern, die Tumorzellen für das Immunsystem besser erkennbar macht. Nach der Rückgabe in den Körper präsentieren die dendritischen Zellen die aufgenommenen Antigene den T-Zellen und können so eine auf den individuellen Tumor abgestimmte Immunantwort unterstützen. Die Vakzine ist Bestandteil einer individualisierten multimodalen Immuntherapie und wird mit weiteren Behandlungsverfahren kombiniert.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Therapeutische Krebsimpfungen – Wie weit ist die Forschung? (2021) https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/detail/therapeutische-krebsimpfungen?National Cancer Institute (NCI): Cancer Treatment Vaccines https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/immunotherapy/cancer-treatment-vaccinesNational Library of Medicine: Van Gool SW, Van de Vliet P, Kampers LFC et al. Methods Behind Oncolytic Virus-Based DC Vaccines in Cancer: Toward a Multiphase Combined Treatment Strategy for Glioblastoma (GBM) Patients. (2023)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38548421/