Ein Tumor besteht nicht nur aus Krebszellen. Er ist von einer komplexen Umgebung umgeben, dem Tumormikromilieu. Dazu gehören unter anderem Immunzellen, Bindegewebszellen, Blut- und Lymphgefäße sowie zahlreiche Botenstoffe. Zwischen all diesen Bestandteilen findet ein ständiger Austausch statt, der das Verhalten des Tumors maßgeblich beeinflusst. Je nach Zusammensetzung kann das Tumormikromilieu die körpereigene Immunabwehr unterstützen oder unterdrücken. Viele Tumoren verändern ihre Umgebung gezielt, um der Immunüberwachung zu entgehen. Sie können beispielsweise hemmende Botenstoffe freisetzen, regulatorische Immunzellen anlocken oder die Sauerstoffversorgung und den Stoffwechsel im Gewebe verändern. Dadurch entsteht häufig eine immunsuppressive Umgebung, in der Immunzellen ihre Funktion nur eingeschränkt ausüben können. Dem Immunsystem fällt es dadurch schwerer, Tumorzellen zu erkennen und wirksam zu bekämpfen. In der modernen Immunonkologie richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf die Tumorzellen selbst, sondern auch auf ihr Mikromilieu. Verschiedene immunonkologische Ansätze zielen deshalb darauf ab, diese Umgebung so zu beeinflussen, dass Immunzellen ihre Funktion gegen den Tumor besser ausüben können. Auch am IOZK wird das Tumormikromilieu als wichtiger Bestandteil der individualisierten Immuntherapie berücksichtigt. Verschiedene Behandlungsverfahren werden dort kombiniert, um immunologische Prozesse im Tumormikromilieu zu beeinflussen.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Immunmodulation bei Krebs. https://www.dkfz.de/immunmodulation-bei-krebsNational Library of Medicine: Wang Y et al. Advances in Targeting Tumor Microenvironment for Immunotherapy. (2024)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39421736/National Library of Medicine: Hu MM et al. Tumor Microenvironment: Obstacles and Opportunities for T Cell-Based Tumor Immunotherapies. (2025) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39898773/