Glossar der Immunonkologie

Translationsmedizin (Translationale Medizin)

Viele wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen zunächst im Labor. Oft vergehen jedoch viele Jahre, bis daraus neue Diagnoseverfahren oder Therapien für Patientinnen und Patienten werden. Genau hier setzt die Translationsmedizin an. Sie hat das Ziel, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung systematisch in die klinische Anwendung zu übertragen. Gleichzeitig werden Erfahrungen aus der Behandlung genutzt, um wissenschaftliche Fragestellungen weiterzuentwickeln und bestehende Therapien zu verbessern.Dieser kontinuierliche Austausch zwischen Forschung und Patientenversorgung wird international als „Bench to Bedside and Back“ bezeichnet – also „vom Labortisch zum Krankenbett und wieder zurück“. Er beschreibt einen Kreislauf, in dem Forschung und klinische Praxis eng miteinander verbunden sind. In der Immunonkologie ist dieser Ansatz besonders wichtig, weil sich das Wissen über Tumoren und das Immunsystem ständig weiterentwickelt. Neue Erkenntnisse aus der Forschung können in Diagnostik und Therapie einfließen, während Erfahrungen aus der klinischen Behandlung neue Forschungsfragen aufwerfen und zur Weiterentwicklung wissenschaftlicher Konzepte beitragen. Das IOZK arbeitet nach diesem translationalen Prinzip und verbindet Forschung, Diagnostik, Arzneimittelherstellung und Patientenversorgung, um wissenschaftliche Erkenntnisse kontinuierlich in die klinische Praxis zu übertragen.

Deutsches Zentrum für Translationale Krebsforschung (DKTK): Translationale Krebsforschung https://dktk.dkfz.de/National Library of Medicine: Rubio DM, Schoenbaum EE, Lee LS et al. Defining Translational Research: Implications for Training. (2010) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20182120/European Society for Translational Medicine: Translational Medicine Definition by the European Society for Translational Medicine. (2014) https://www.researchgate.net/publication/274142125_Translational_Medicine_definition_by_the_European_Society_for_Translational_Medicine