Der Begriff Escape-Mechanismus beschreibt die Fähigkeit von Tumorzellen, sich der körpereigenen Immunabwehr zu entziehen. Obwohl das Immunsystem entstehende Krebszellen häufig erkennt und beseitigt, können manche Tumoren im Laufe ihrer Entwicklung Eigenschaften erwerben, die ihnen das Überleben sichern. Dieser Prozess wird als Immune Escape oder Immunflucht bezeichnet und ist ein wesentliches Merkmal vieler Krebserkrankungen.Tumorzellen nutzen dafür verschiedene Mechanismen. Sie können beispielsweise Tumorantigene verlieren oder deren Präsentation auf der Zelloberfläche verringern, sodass sie von T-Zellen schlechter erkannt werden. Außerdem können sie hemmende Moleküle wie PD-L1 bilden, die die Aktivität von T-Zellen unterdrücken. Darüber hinaus verändern Tumoren ihre Mikroumgebung, indem sie immunsuppressive Botenstoffe freisetzen oder regulatorische Immunzellen anlocken, welche die Tumorabwehr zusätzlich abschwächen.Das Verständnis dieser Escape-Mechanismen bildet die Grundlage moderner Immuntherapien. Ziel verschiedener immunonkologischer Therapien ist es, die Immunflucht von Tumoren zu durchbrechen, die Erkennung von Tumorzellen durch das Immunsystem zu verbessern und die körpereigene Immunantwort zu stärken. Ein Beispiel dafür sind Checkpoint-Inhibitoren, die hemmende Signale der Tumorzellen blockieren.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Wie Tumoren der Immuntherapie entkommen – und was dagegen hilft. (2026) https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/wie-tumoren-der-immuntherapie-entkommen-und-was-dagegen-hilftNational Library of Medicine: Beatty GL, Gladney WL. Immune Escape Mechanisms as a Guide for Cancer Immunotherapy. (2015)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25818339/