Immunologische Checkpoints sind natürliche Kontrollmechanismen, die eine überschießende Immunreaktion verhindern und gesundes Gewebe vor Angriffen schützen. Ein wichtiger Checkpoint ist die Wechselwirkung zwischen dem Rezeptor PD-1 auf T-Zellen und seinem Bindungspartner PD-L1, der auf Tumorzellen und anderen Zellen der Tumorumgebung vorkommen kann. Bindet PD-L1 an PD-1, erhält die T-Zelle ein hemmendes Signal: Ihre Aktivität und ihre Fähigkeit, Tumorzellen zu zerstören, werden gedämpft. Viele Tumoren machen sich diesen Schutzmechanismus zunutze. Sie bilden vermehrt PD-L1 und können dadurch bereits bestehende Immunreaktionen gegen den Tumor abschwächen. Checkpoint-Inhibitoren sind meist monoklonale Antikörper, die entweder den Rezeptor oder seinen Bindungspartner blockieren. Dadurch wird das hemmende Signal unterbrochen und T-Zellen können ihre Aktivität gegen Tumorzellen wieder aufnehmen. Die Medikamente greifen den Tumor somit nicht unmittelbar an, sondern reaktivieren eine zuvor gebremste Immunantwort. Ob eine Behandlung wirksam ist, hängt von den biologischen Eigenschaften des Tumors und seiner Immunumgebung ab. Da durch die Behandlung auch die natürliche Kontrolle des Immunsystems gelockert wird, können entzündliche Nebenwirkungen in unterschiedlichen Organen auftreten. Checkpoint-Inhibitoren werden deshalb spezifisch nach Tumorart, Krankheitsstadium und biologischen Merkmalen des Tumors eingesetzt.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Immuntherapie gegen Krebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/immuntherapie#c11765National Cancer Institute (NCI): Immune Checkpoint Inhibitors. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/immunotherapy/checkpoint-inhibitorsNational Library of Medicine: A comprehensive review of immune checkpoint inhibitors for cancer treatment. (2024) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39447408/Podcast der IOZK Stiftung