Die CAR-T-Zelltherapie wird derzeit vor allem zur Behandlung bestimmter Blut- und Lymphkrebserkrankungen eingesetzt. Im Rahmen dieser Therapie werden T-Zellen aus dem Blut des Patienten entnommen und im Labor gentechnisch verändert. Dabei erhalten sie einen künstlichen Rezeptor, den sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR). Dieser ermöglicht es den T-Zellen, eine bestimmte Oberflächenstruktur auf Tumorzellen gezielt zu erkennen und die Krebszellen anschließend abzutöten. Voraussetzung für den Einsatz der CAR-T-Zelltherapie ist, dass sich das Zielmolekül ausschließlich oder nahezu ausschließlich auf den Tumorzellen befindet. Andernfalls würden auch gesunde Zellen angegriffen, die dieselbe Zielstruktur tragen. Geeignete Zielstrukturen sind derzeit vor allem bei einzelnen Formen von Leukämien und Lymphomen bekannt. Bei den meisten soliden Tumoren stößt die CAR-T-Zelltherapie dagegen bislang an Grenzen. Sie bestehen aus unterschiedlichen Zellpopulationen und verändern ihre Oberflächenmerkmale im Verlauf der Erkrankung. Dadurch können einzelne Tumorzellen der gezielten Erkennung entgehen. Trotz dieser Herausforderungen gilt die CAR-T-Zelltherapie als ein wichtiger Fortschritt in der modernen Immunonkologie. Weltweit wird intensiv daran geforscht, ihre Wirksamkeit auch bei soliden Tumoren zu verbessern und geeignete Zielstrukturen für eine sichere Behandlung zu identifizieren.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Immuntherapie gegen Krebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/immuntherapie#c11765Onkopedia: CAR-T-Zellen – Management von Nebenwirkungen. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/car-t-zellen-management-von-nebenwirkungen/@@guideline/html/index.htmlCancer Institute (NCI): CAR T Cells: Engineering Patients’ Immune Cells to Treat Their Cancers. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/research/car-t-cellsNational Library of Medicine: Larson RC, Maus MV. Recent advances and discoveries in the mechanisms and functions of CAR T cells. (2021) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33483715/Podcast der IOZK Stiftung: Mehr über die CAR-T-Zelltherapie