B-Zellen, auch B-Lymphozyten genannt, gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sie entstehen im Knochenmark und besitzen auf ihrer Oberfläche spezifische Rezeptoren, mit denen sie Antigene erkennen können. Nach ihrer Aktivierung entwickeln sich B-Zellen zu Plasmazellen, die große Mengen spezifischer Antikörper produzieren. Diese Antikörper binden gezielt an Antigene auf Krankheitserregern oder Tumorzellen und markieren sie für andere Zellen des Immunsystems. Ein Teil der aktivierten B-Zellen wird zu langlebigen Gedächtniszellen, die bei einem erneuten Kontakt mit demselben Antigen besonders schnell eine Immunantwort auslösen können.Neben der Antikörperproduktion übernehmen B-Zellen weitere wichtige Aufgaben. Sie können Antigene aufnehmen, zu Antigenfragmenten verarbeiten und diese den T-Zellen präsentieren. Darüber hinaus setzen sie Botenstoffe frei, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Immunzellen steuern. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass B-Zellen die Immunantwort gegen Tumoren auf vielfältige Weise beeinflussen können. Je nach ihrem Aktivierungszustand und ihrer Funktion innerhalb des Tumormikromillieus können sie die Wirksamkeit der körpereigenen Tumorabwehr unterstützen und damit auch den Erfolg einer Immuntherapie beeinflussen. Ihr genauer Beitrag wird derzeit intensiv erforscht und könnte neue Ansätze für zukünftige immunonkologische Behandlungsstrategien aufzeigen.
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Das Immunsystem und Tumorwachstumhttps://www.krebsinformationsdienst.de/immunsystem-und-krebsNational Cancer Institute (NCI): B cell. https://www.cancer.gov/publications/dictionaries/cancer-terms/def/b-cellNature Reviews Cancer: Sharonov GV, Serebrovskaya EO, Yuzhakova DV et al. B cells, plasma cells and antibody repertoires in the tumour microenvironment. Nature Reviews Immunology. (2020) https://www.nature.com/articles/s41577-019-0257-xPodcast der IOZK Stiftung: Brustkrebs und individualisierte Therapie