Antikörper, auch Immunglobuline genannt, sind Y-förmige Proteine, die jeweils an ein spezifisches Antigen binden. Dieses Schlüssel‑Schloss‑Prinzip erlaubt eine sehr genaue Unterscheidung zwischen körpereigenen und fremden Strukturen. Neben der Markierung von Zellstrukturen fungieren Antikörper in der Tumorimmunologie auch als Signalträger: Sie können das Immunsystem aktivieren, um eine markierte Zelle abzutöten, oder bremsende Signale blockieren. So binden manche Antikörper an den Immunkontrollrezeptor PD‑1 auf T‑Zellen und verhindern, dass Tumorzellen diese Immunbremse aktivieren. Dieses Prinzip wird in Immuntherapien genutzt, um T‑Zellen vor der Abschaltung zu schützen und ihnen zu ermöglichen, die Immunantwort gegen Tumorzellen zu unterstützen. Seit den 1980er‑Jahren können Antikörper im Labor als sogenannte monoklonale Antikörper hergestellt werden. Dadurch lassen sich einzelne Zelltypen identifizieren und gezielt angreifen – ein bedeutender Fortschritt für Diagnostik und Therapie.
Krebsinformationsdienst (DKFZ): Antikörper gegen Krebs (Antikörpertherapie).https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/immuntherapie/antikoerper.phpPaul S, Konig MF, Pardoll D et al. Cancer therapy with antibodies. Nature Reviews Cancer. (2024).https://www.nature.com/articles/s41568-024-00690-xPodcast der IOZK Stiftung: Antigen und Antikörper