Antigene sind zentrale Erkennungsstrukturen des Immunsystems. Meist handelt es sich um Eiweiße oder kleine Eiweißabschnitte (Peptide). Damit T-Zellen sie erkennen können, werden solche Peptide über das HLA-System auf der Zelloberfläche präsentiert.
Auch Tumorzellen können veränderte oder ungewöhnlich exprimierte Antigene aufweisen. Diese sogenannten Tumorantigene können vom Immunsystem erkannt werden. Eine besondere Gruppe bilden Neoantigene, die durch Veränderungen in Tumorzellen neu entstehen und vom Immunsystem als fremd erkannt werden können. Ob das Immunsystem auf ein Tumorantigen reagiert, hängt unter anderem davon ab, wie es verarbeitet und präsentiert wird. Viele Tumoren entwickeln Mechanismen, mit denen sie der Immunüberwachung entgehen, beispielsweise durch Veränderungen der Antigenpräsentation oder durch die Hemmung von Immunzellen.
In der Immunonkologie spielen Tumorantigene deshalb eine wichtige Rolle. Verschiedene Therapieansätze versuchen, Immunreaktionen gegen solche Antigene zu ermöglichen oder zu verstärken. Dazu gehören beispielsweise Tumorvakzinen und T-Zell-basierte Verfahren. Auch beim immunogenen Zelltod können Tumorantigene von dendritischen Zellen aufgenommen und T-Zellen präsentiert werden.